Jul 06
Vernetzte_Instandhaltung_technologische_Plattform
Wir müssen technologische Plattformen schaffen um die Herausforderungen von Industrie 4.0 und Digitalisierung zu lösen.

Vernetzte Instandhaltung: 4+4 Maßnahmen und Tipps

Endlich Schluss mit Feuerwehr-IT?

Industrie 4.0 findet immer mehr Anklang. Doch wie kommt die Instandhaltung dorthin? Unternehmen stehen im Jahr 2017 der Industrie 4.0 und den damit verbundenen Themen wie z. B. vernetzte Instandhaltung wesentlich positiver gestimmt gegenüber als im Vorjahr. Allein in Deutschland schätzen dieses Jahr 62% der Befragten der aktuellen Studie „Digital Manufacturing – Capturing sustainable impact at scale“ von McKinsey & Company die Chance auf mehr Umsatz und weniger Kosten durch Industrie 4.0 höher ein als im Jahr 2016. Doch wie setzt man Industrie 4.0 jetzt um?

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Immer mehr Unternehmen sind von den positiven Auswirkungen von Industrie 4.0 (und den damit verbundenen Themen wie z. B. vernetzte Instandhaltung) überzeugt.

Diese Weisheit kennen Sie sicher auch:

Es passiert immer dann, wenn man nicht damit rechnet!

Bezogen auf Produktionsanlagen oder andere technische Einrichtungen kann das fürs Unternehmen teuer werden. Sehr teuer … Um Unterbrechungen oder Stillstände zu vermeiden gilt es, vorbeugend aktiv zu werden. Aber wie? Die vorbeugende Instandhaltung umfasst die Planung als auch die Abwicklung von Instandhaltungsmaßnahmen immer VOR Eintritt eines durch Schaden bedingten Zustandes oder Ausfalls. Zu den Maßnahmen zählen Inspektion und Wartung. Beide Maßnahmen sind Bestandteil der DIN 31051. Deshalb reicht es heute nicht mehr, die vier Instandhaltungsstrategien oder -methoden zu kennen und zu kombinieren. Sie müssen die Instandhaltung vernetzen. Eine vernetzte Instandhaltung ist fundamental und doch leider oft vernachlässigt. Im Unternehmen müssen die technologischen Plattformen geschaffen werden, um die Herausforderungen, die sich aus Industrie 4.0 und der damit verbundenen Digitalisierung ergeben, lösen zu können.

Die vier Instandhaltungsstrategien

Es gibt vier verschiedene Strategien in der Instandhaltung. Die wohl älteste ist die …

Reaktive Instandhaltung

Sie wird schon seit Beginn der Industrialisierung angewendet. Eine Strategie mit vielen Nachteilen und Risiken. Ausfälle bzw. Störungen an Anlagen treten unvorhersehbar auf und Stillstände können lange andauern, da dies die Instandhaltung unvorbereitet trifft. Das ist auch gleichzeitig ein Risiko, denn damit sind eingegangene Lieferverpflichtungen mit Kunden gefährdet. Mir hat mal ein Unternehmer eines mittelständischen Anlagenbauers gesagt:

Für uns sind zwei Dinge wichtig. Qualität und pünktliche Lieferung. Deshalb sind wir Marktführer!

Deshalb kommt diese Strategie nur in Ausnahmefällen zum Einsatz.

Vorbeugende Instandhaltung

Die zweite Strategie ist die der vorbeugenden Instandhaltung.  Diese unterscheidet sich zur reaktiven Strategie durch zwei Maßnahmen: regelmäßige Wartung und regelmäßige Inspektionen. Auf den ersten Blick teurer als eine Maschine bis zum Ausfall produzieren zu lassen. Jedoch reduziert Sie die Risiken. Mithilfe der vorbeugenden Instandhaltung ist es uns möglich, Lieferverpflichtungen besser einhalten zu können. Kosten können geplant werden, somit ist eine Budgetierung möglich. Und mit der vorbeugenden Instandhaltung schreiten Sie gut vorbereitet in die Zukunft – Vorbeugen ist auch schon vorausschauen!

Zustandsorientierte Instandhaltung

Die dritte der vier Strategien bedeutet, den Zustand der Anlagen zu kennen. Möglichst aktuell und genau. Kennzeichen dieser Strategie sind im einfachsten Sinn beispielsweise die Erfassung von Zählerständen. Diese Zählerstände können Sie manuell erfassen, in dem Sie zum Beispiel Ihren Maschinenbediener anweisen, Ihnen die Zählerstände einmal am Tag mitzuteilen. Oder Sie lassen die Zähler in Form von Rundgängen ermitteln. Gut, wenn Sie diese Daten in einem IT-System sammeln können. Noch besser ist es jedoch, wenn die Zähler Ihre Werte direkt selbst liefern.

Vorhersage-Systeme treffen Entscheidungen

Die vierte Strategie ist die der Vorhersage. Es werden permanent Messwerte ausgelesen und ausgewertet. Durch die Auswertung sollen dann Vorhersagen getroffen werden, wann ein möglicher Ausfall bevorstehen wird. Mit diesem Wissen können Sie vorher aktiv werden und den Ausfall vermeiden. Die Herausforderung dabei: Diese Strategie ist sehr Daten-intensiv. Ihre Sensoren liefern permanent sich verändernde Informationen. Aber diese Strategie birgt immense Vorteile: So könnte beispielsweise ein Serviceunternehmen, das Kaffeeautomaten in Unternehmen betriebsbereit hält, die Einsatzplanung der Servicetechniker optimieren. Ein Servicetechniker wird dann zum Beispiel erst zum Kunden geschickt, wenn in Verbindung mit der Kaffeemaschine folgende Punkte erfüllt sind:

  • Die Maschine hat ein gewisses „Gebrauchs-Kontingent“ erreicht (es wurde eine bestimmte Anzahl an Kaffees gekocht, sie wurde XY Mal ein- und ausgeschaltet)
  • Der Härtegrad des Wassers weist einen Wert auf, der zu einer Verkalkung führen kann und damit den Servicezyklus verkürzt

Diese Punkte sind sehr anschauliche Beispiele. Anstelle von Kaffeemaschinen können sie aber auch jedes andere technische Gerät nehmen, zum Beispiel Fahrstühle.

Es gibt einiges zu tun, um eine vernetzte Instandhaltung zu erreichen!

Nun kommen wir zu den 4 + 4 Maßnahmen und Tipps:

  1. Eine vernetzte Instandhaltung ist notwendig, um die digitale Transformation umsetzen zu können. Deshalb muss das Management hier ganz eng eingebunden werden. Machen Sie das Thema wenn eben möglich zur Chefsache. Nur wenn das Management unterstützt, kann die Instandhaltung ihren Mehrwert leisten. Zumal das Management davon profitiert. Alleine schon durch eine genauere Budgetplanung.
  2. Offen denken und nicht alten Mustern verhaftet sein: Schaffen Sie neue Strukturen, um Anlagen, Produktion und Instandhaltung zukunftsweisend zu vernetzen. Integrieren Sie Ihre Instandhaltung in die Unternehmensprozesse.
  3. Die genannten Instandhaltungsstrategien schließen sich nicht gegenseitig aus, sondern werden in Kombination miteinander Anwendung finden. Sie gewinnen einen großen Vorteil, wenn die vorhandenen Daten und somit auch das Wissen allen Unternehmensbereichen gleichsam zur Verfügung stehen: eine DATEN-PLATTFORM für alle, statt nicht-integrierter Daten-Silos..
  4. Die zunehmende Nutzung von Echtzeitdaten wird stark von der verwendeten TECHNOLOGISCHEN PLATTFORM abhängig sein. Ist Ihre IT-PLATTFORM nicht in der Lage, mit modernen Kommunikationsmedien (Sensoren, Zähler) umzugehen, wird dies Innovationen behindern. Eine interessante und bereits gut entwickelte Plattform ist die SAP Cloud PLATTFORM. Dort ist es möglich, Prozesse, Menschen, Kunden, Lieferanten und Maschinen zu vernetzen. Für die Prozesse auf der betriebswirtschaftlichen Seite ist das ERP-System, bspw. SAP Business ByDesign verantwortlich. Für das Management der Instandhaltung sind integrierte Funktionserweiterungen (Add-ons) im ERP-System eine gute Lösung (Vermeidung von Daten-Silos). Für die Echtzeitkontrolle und Vorhersage im Bereich der Instandhaltung sind Lösungen wie SAP Leonardo vorhanden. Die Technologische Plattform von SAP macht es möglich das alle Systeme miteinander in Echtzeit kommunizieren und Events erzeugen. Diese Automatisierung führt zu Prozessen die der zunehmenden Geschwindigkeit im Geschäftsleben entgegen kommt.

Schluss mit Papierkram und anderen unnötigen Fehlerquellen

War es in der reaktiven Instandhaltung noch möglich mit Zetteln, später Word oder Excel zu arbeiten, stehen solche Methoden spätestens mit der zustandsorientierten Instandhaltung an ihren Grenzen. Alleine schon die Zunahme der Daten stellt hier eine der großen Herausforderungen dar. Digitalisierung und Industrie 4.0 werden die bisherigen Rollen in der Instandhaltung verändern. So wird es zum Beispiel Experten geben, die Maschinendaten analysieren, um daraus entsprechende Aktivitäten ableiten und initiieren zu können und Roboter werden zu Kollegen in der vernetzten Instandhaltung.

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Detlef Aden

Technik ist meine Leidenschaft. Mein Fokus liegt auf der intelligenten Verknüpfung von Prozessen und Technologie. Ich bin Ihr Ansprechpartner für Enterprise Asset Management und technischen Service.